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Thomas Tour Transalp

In den kommenden Tagen könnt ihr hier seine Reise durch die Alpen hautnah mitverfolgen. Tag für Tag berichtet Thomas von seinen Erlebnissen, seinen Eindrücken auf und neben dem Rad, den Herausforderungen der einzelnen Etappen sowie den vielen kleinen Anekdoten, die ein solches Abenteuer unvergesslich machen. Eine Woche, 750 Kilometer, 17.000 Höhenmeter – und jede Menge Leidenschaft fürs Rennradfahren. Viel Spaß beim Mitfiebern!  


Prolog 
Happy Birthday to me!  

Heute, an meinem 63. Geburtstag, bin ich nach Lienz gefahren. Morgen startet die Tour Transalp – meine zweite Teilnahme. Angekommen, akkreditiert, Tasche abgeholt. Bestes Wetter, über 30 Grad. Es sieht so aus, als würde das die nächsten Tage so bleiben. Dieses Jahr sind rund **600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 27 Nationen** am Start – eine beeindruckende internationale Gemeinschaft, vereint durch die Leidenschaft fürs Rennradfahren. Vor mir liegen eine Woche Rennradfahren, 750 Kilometer und 17.000 Höhenmeter. Ich komme mit gemischten Gefühlen hier an. 

Die Generalprobe bei den Säntis Classics am vergangenen Sonntag ist nicht ganz so gelaufen wie erhofft. Morgen stehen direkt 114 Kilometer und 1.927 Höhenmeter auf dem Programm. Ich werde es langsam angehen lassen und nicht gleich am ersten Tag überpacen. Die zweite Etappe ist dann direkt die Königsetappe mit mehr als 3.000 Höhenmetern. Und eine wichtige Information für alle Radfahrer: **Die Fahrräder dürfen im Kuhstall schlafen! ?** Die Kühe sind schließlich auf der Weide. ?? Jetzt heißt es: ruhig bleiben, den Geburtstag genießen und morgen kontrolliert in das Abenteuer Tour Transalp starten. 


1. Etappe 

Heute Morgen fiel in Lienz der Startschuss zur ersten Etappe der Tour Transalp. Auf dem Programm standen 114 Kilometer und 1.926 Höhenmeter. Pünktlich um 10:00 Uhr wurden die rund 600 Fahrerinnen und Fahrer aus 26 Nationen bei sommerlichen Temperaturen auf die Strecke geschickt. Zunächst führte die neutralisierte Startphase durch die wunderschöne Altstadt von Lienz. Nach etwa 1,6 Kilometern wurde das Rennen freigegeben und das Tempo zog sofort an. Die ersten 20 Kilometer verliefen flach bis leicht ansteigend und wurden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 38 km/h gefahren. Anschließend wartete mit dem Staller Sattel der erste große Anstieg der Tour auf uns: 35 Kilometer bergauf mit überwiegend moderaten Steigungsprozenten. Wie zu erwarten, zerfiel das Feld dabei schnell in viele kleinere Gruppen unterschiedlicher Leistungsstärke. Nach der Passhöhe folgte eine kurvenreiche und teilweise steile Abfahrt. Danach wurde die Strecke deutlich flacher, aber auch windiger. Durch das Antholzer Tal, bekannt als Austragungsort der Biathlon-Wettbewerbe und zukünftiger olympischer Wettkämpfe, ging es mit hohem Tempo weiter Richtung Ziel. Leider gelang es mir in der Abfahrt nicht, die passende Gruppe zu erwischen. Die Fahrer, zu denen ich aufschließen konnte, konnten wiederum mein Tempo nicht mitgehen. So musste ich einige Kilometer allein gegen den Wind kämpfen – nicht die angenehmste Aufgabe eines Rennradfahrers. Nach der letzten Verpflegungsstation fand ich schließlich Anschluss an eine Vierergruppe mit zwei Frauen und zwei Männern. Gemeinsam arbeiteten wir uns Kilometer für Kilometer voran. Zu fünft ging es anschließend mit viel Schwung zunächst zur Zeitnahme bei Kilometer 106 und danach weiter bis ins Ziel nach Sillian. Besonders beeindruckend waren wieder die vielen Begegnungen unterwegs. 

Ich kam mit Fahrerinnen und Fahrern aus Südafrika, Israel, Finnland, Slowenien sowie mit zahlreichen Deutschen, Österreichern und Schweizern ins Gespräch. Trotz der Anstrengungen wird immer wieder gelacht, gegrüßt und ein freundliches Wort gewechselt. Genau diese Mischung aus sportlicher Herausforderung, internationaler Gemeinschaft und gemeinsamer Leidenschaft macht die Tour Transalp für mich so besonders. 

Morgen wartet bereits die Königsetappe mit 134 Kilometern und 3.296 Höhenmetern. Ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe, aber der heutige Tag hat meine Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen noch einmal gesteigert.



2. Etappe



Der Start erfolgte heute Morgen um 9:00 Uhr in Sillian.

Aufgrund von Straßenbauarbeiten wurde das Rennen zunächst neutralisiert gestartet und erst nach zwölf Kilometern freigegeben. Für die heutige Etappe kam mir das sogar entgegen, denn so konnte ich mich in aller Ruhe warmfahren – sofern man das bei dieser Affenhitze überhaupt so nennen kann.

Nach dem scharfen Start konnte ich mich einer schnellen Gruppe aus meinem Startblock anschließen. Der erste Anstieg zum Pass war gut zu bewältigen, und auch in der Abfahrt konnte ich problemlos mithalten.

Bis Cortina d’Ampezzo, wo der nächste Anstieg zum Passo Giau auf dem Programm stand, hatten wir einen Schnitt von rund 31 km/h erreicht.

Der Anstieg zum Passo Giau war deutlich anspruchsvoller, nicht zuletzt wegen der enormen Hitze. Mein Fahrradcomputer zeigte heute Temperaturen von bis zu 42 °C an. Entsprechend zerfiel die Gruppe dort nach und nach.

Danach war ich meist alleine unterwegs oder fand mich immer wieder in kleinen Zweier- oder Dreiergruppen zusammen. Die Abfahrt war ein Genuss – schnell, flüssig und teilweise auf frisch asphaltierten Straßen.

Im Mai führte die 19. Etappe des Giro d’Italia über Teile der heutigen Strecke.

Es folgte ein weiterer, kürzerer Anstieg über den Passo Staulanza, danach eine ebenfalls größtenteils neu asphaltierte Abfahrt und schließlich der letzte für die Tageswertung entscheidende Anstieg zum Passo Duran. Dort warteten einige richtig giftige Rampen auf uns.

Ab diesem Punkt ging es ohne Zeitmessung weiter bis ins Ziel nach Falcade. Dieser Abschnitt war allerdings wirklich unerquicklich: stark befahrene Straßen, mehrere Tunnel und zusätzlich noch einmal rund 500 Höhenmeter. Da waren die Beine und auch die Nerven schon ziemlich am Limit.

Am Ende war ich jedenfalls sehr stolz und glücklich, diese Königsetappe erfolgreich gemeistert zu haben.

Die Landschaft hier ist einfach einmalig. Die Dolomiten sind überwältigend und mit Worten kaum zu beschreiben.

Morgen wartet eine kurze Etappe mit „nur“ 48 Kilometern, aber dennoch mit 1.700 Höhenmetern.

Mal sehen, was die Beine dann noch hergeben … ?⛰️☀️



3. Etappe


Heute stand die kürzeste Etappe der TOUR Transalp auf dem Programm.

Um 10:00 Uhr wurden die Fahrerinnen und Fahrer in Falcade neutralisiert auf die Strecke geführt. Direkt nach dem Ort ging es links hinauf zum ersten kurzen, aber steilen Anstieg. Nach einer kurzen Abfahrt folgte bereits die nächste Rampe. Nach etwa 14 Kilometern waren wir wieder zurück in Falcade, unserem Startort.

Von dort aus begann der eigentliche Anstieg zum Passo Valles: 12 Kilometer mit rund 900 Höhenmetern. Die Temperaturen waren sommerlich bis tropisch. Vielen Teilnehmenden setzte die Hitze sichtbar zu – mir dagegen liegen solche Bedingungen ganz gut.

Auf dem Weg zum Gipfel traf ich einen jungen Fahrer aus Tschechien. Wir fuhren eine Weile gemeinsam und unterhielten uns in unserem jeweils nicht ganz perfekten Englisch. Wieder einmal eine besondere Begegnung, wie sie solche Reisen so wertvoll machen.

Oben am Pass verpflegte ich mich kurz, füllte meine Flaschen auf und machte mich an die schnelle Abfahrt. Anschließend warteten bereits die nächsten Höhenmeter hinauf zum Passo Rolle.

Während der gesamten Etappe fühlte ich mich erstaunlich gut, was sich am Ende auch in der Ergebnisliste widerspiegelte: meine bisher beste Tagesplatzierung! Außerdem war es der erste Tag, an dem ich ohne Krämpfe durchfahren konnte – die hatte ich bisher lieber nicht erwähnt, um einige Mitleserinnen und Mitleser nicht unnötig zu beunruhigen. ?

Die frühe Ankunft nutze ich nun zur Regeneration, denn morgen wartet bereits die zweite Königsetappe: 141 Kilometer, zwei lange Anstiege und erneut mehr als 3.200 Höhenmeter.

Mal sehen, was die Beine noch hergeben – die Dolomiten haben jedenfalls noch einiges mit uns vor! ?‍♂️⛰️☀️

 


4. Etappe


Heute Morgen erfolgte um 9:00 Uhr bei bereits sommerlichen 27 °C der Start zur 4. Etappe.

Zunächst ging es die ersten 18 Kilometer neutralisiert bergab ins Tal. Nach dem scharfen Start führte die Strecke direkt über den kleinen Passo Gobbera. Er ließ sich angenehm fahren und war genau richtig, um langsam in den Rhythmus des Tages zu finden.

Nach der Abfahrt begann der lange Anstieg zum Passo Brocon auf 1.605 Meter Höhe. Oben wartete die erste Verpflegungsstation.

Bergauf lief es für mich überraschend gut. Die moderaten Steigungsprozente und gute Beine machten die lange Auffahrt gut erträglich. Auch die anschließende Abfahrt war schnell und flüssig zu fahren.

Im Tal angekommen, warteten immer wieder kleinere Gegenanstiege, die mir jedoch keine Schwierigkeiten bereiteten. Kaum war die Ebene erreicht, begann auch schon der nächste große Brocken des Tages: der Monte Grappa. Erneut standen rund 30 Kilometer Anstieg auf dem Programm.


Der größte Teil der Auffahrt war relativ freundlich zu uns. Im oberen Abschnitt warteten jedoch einige giftige Rampen mit bis zu 17 % Steigung. Dort befand sich glücklicherweise auch eine Verpflegungsstation – genau richtig, um die Trinkflaschen ein letztes Mal aufzufüllen.

Die anschließende Abfahrt war sehr technisch und anspruchsvoll. Leider musste ich dort auch zwei gestürzte Teilnehmer sehen. Solche Momente erinnern einen daran, wie schmal manchmal der Grat zwischen Fahrspaß und Risiko ist.

Unten angekommen, nach rund 130 Kilometern, folgten noch etwa zehn Kilometer auf leicht ansteigender Straße bis ins Ziel. Dort wartete noch ein besonderes Highlight: der steile Schlussanstieg hinauf zum Tempel von Possagno, der den Beinen noch einmal alles abverlangte.


Die Etappe war insgesamt sehr kräftezehrend. Trotzdem hatte ich vom Start bis ins Ziel keinerlei körperliche Probleme. Die Beine haben hervorragend mitgespielt – ich bin jetzt endgültig im Rhythmus der TOUR Transalp angekommen.

Vorschau auf morgen


Morgen geht es noch einmal über den Monte Grappa. Auf dem Programm stehen 100 Kilometer und 2.300 Höhenmeter.

Ich bin guter Dinge – und freue mich auf einen weiteren Tag in dieser beeindruckenden Landschaft! ?☀️⛰️

 



5. Etappe – Monte Grappa, Hitze und eine kleine Mission


Heute wurde die 5. Etappe der TOUR Transalp in Possagno bei weiterhin hochsommerlichen Temperaturen gestartet.

Nach der Freigabe des Rennens konnte ich mich gut im vorderen Bereich meines Startblocks positionieren. Die ersten Kilometer verliefen schnell, doch bereits nach etwa 20 Kilometern sorgten einige kurze, knackige Anstiege dafür, dass sich das Feld in kleinere Gruppen aufteilte.

Bis zum Beginn des langen Anstiegs bei Kilometer 48 war ich jedoch stets in Gesellschaft anderer Fahrerinnen und Fahrer unterwegs, sodass wir ein gutes Tempo fahren konnten.


Vor dem Anstieg nutzte ich die erste Verpflegungsstation, um meine Flaschen aufzufüllen und noch einmal Obst sowie eine kräftigende Brühe zu mir zu nehmen. Das sollte sich als gute Entscheidung erweisen.

Der folgende Anstieg war schlichtweg brutal. Bei sengender Hitze führte die Strecke über steile Rampen mit Steigungen von bis zu 17 Prozent bergauf. Immer wieder sah ich Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die im Schatten pausierten oder ihr Rad sogar schieben mussten.

Oben angekommen hieß es erneut: Flaschen auffüllen, Obst essen und weiterfahren.

Für heute hatte ich mir eine kleine persönliche Mission vorgenommen: Ich wollte zwei Fahrer aus meiner Altersklasse etwas Zeit abnehmen. Da beide ausgezeichnete Abfahrer sind, musste ich meinen Vorsprung bergauf herausfahren.

Schon bald wartete der nächste Anstieg zum höchsten Punkt des Tages – dem Monte Grappa auf 1.674 Metern Höhe. Die Aussicht dort oben war schlicht beeindruckend und entschädigte zumindest teilweise für die Strapazen des Aufstiegs.

Für einen kurzen Moment gehörte die Straße allerdings den Kühen. Mehrere Tiere hatten beschlossen, unseren Weg zu blockieren. Zum Glück konnte der anwesende Bauer seine Herde wieder auf die Weide lotsen, sodass die Fahrt weitergehen konnte. ??


Nach 72 Kilometern begann schließlich die lange Abfahrt. Hier versuchte ich, so schnell wie möglich unterwegs zu sein – meine kleine Mission immer fest im Hinterkopf.

Von meinen beiden Konkurrenten war weiterhin nichts zu sehen.

Sieben Kilometer vor dem Ziel bemerkte ich dann einen deutlichen Luftverlust am Hinterrad. Bereits am Morgen war mir aufgefallen, dass der Reifen etwas Luft verloren hatte. Vermutlich hatte die große Hitze auch der Tubeless-Milch zugesetzt.

Fünf Kilometer vor dem Ziel blieb mir nichts anderes übrig, als kurz anzuhalten und noch einmal Luft nachzupumpen. Nicht ideal, aber deutlich besser als ein kompletter Plattfuß.

Nach ziemlich genau fünf Stunden erreichte ich schließlich das Ziel.


In der Gesamtwertung meiner Altersklasse konnte ich mich erneut etwas verbessern. Allerdings ist das Feld inzwischen auch kleiner geworden: Von ursprünglich 53 Fahrern in der Ü60-Wertung sind mittlerweile nur noch 47 im Rennen.

Morgen wartet bereits die nächste Herausforderung: 125 Kilometer und 2.857 Höhenmeter. Und die Wettervorhersage verspricht erneut Temperaturen, bei denen nicht nur die Beine, sondern auch die Trinkflaschen Schwerstarbeit leisten müssen.




Tour Transalp – 6. Etappe

Heute führte die sechste Etappe der Tour Transalp von Semonzo nach Lavarone. Auf dem Programm standen 125 Kilometer und 2.857 Höhenmeter.

Wie an den Vortagen erfolgte der Start zunächst neutralisiert. Begleitet von den Motorrädern ging es die ersten zehn Kilometer bis hinter Bassano del Grappa. Danach blieben noch weitere zehn Kilometer, bevor der erste Anstieg begann.

Heute hatte ich mich bewusst weit vorne im Startblock aufgestellt, um mit einer guten Position in den ersten Anstieg zu gehen. Die flachen Kilometer bis dorthin eigneten sich perfekt zum Einrollen. Nach der Rennfreigabe wurde allerdings sofort ein hohes Tempo angeschlagen.

Ab Valstagna begann schließlich der lange Anstieg hinauf nach Foza. Der Pass schien fast nur aus Kehren zu bestehen, ließ sich aber angenehm fahren. Meine Beine fühlten sich heute allerdings nicht ganz so frisch an wie gestern. Ich musste einige Fahrerinnen und Fahrer ziehen lassen – sicherlich auch eine Folge des schnellen Tempos zu Beginn.

Nach rund 39 Kilometern, kurz hinter der Passhöhe, erreichten wir die erste Verpflegungsstation. Inzwischen läuft dort alles fast schon routiniert ab: kurz anhalten, Flaschen auffüllen lassen, Obst essen, ein paar freundliche Worte mit den großartigen Helferinnen und Helfern wechseln und weiter geht's. Ohne diese vielen Freiwilligen wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung gar nicht möglich.

Anschließend führte die Strecke über ein wunderschönes Hochplateau. Ständig ging es leicht bergauf und bergab. Ich hatte eine gut harmonierende Gruppe gefunden und konnte vom gemeinsamen Tempo profitieren.

Es folgte eine längere Abfahrt, bevor bei Kilometer 71 die Zeitnahme unterbrochen wurde. Bis Kilometer 107 war die Strecke neutralisiert – eine ideale Gelegenheit, etwas Tempo herauszunehmen und Kraft für das Finale zu sammeln.

Bei Kilometer 82 begann bereits der nächste Anstieg zum Passo di Véna. Auch die zweite Verpflegungsstation lag im neutralisierten Abschnitt, sodass ich mir diesmal ganz ohne Zeitdruck eine kleine Pause gönnen konnte.

Schon auf dem Pass hörten wir in der Ferne immer wieder Donner. Wenig später öffnete der Himmel seine Schleusen, und wir bekamen eine ordentliche Dusche ab. Bergauf war der Regen sogar eine angenehme Abkühlung bei den hochsommerlichen Temperaturen der letzten Tage.

Für einen besonderen Moment sorgte unterwegs ein Auto mit Hamburger Kennzeichen. Als der Fahrer ausstieg, rief ich spontan: „Hummel, Hummel!“ Sofort kam die Antwort: „Mors, Mors!“ – gefolgt von einem herzlichen „Hau rein!“. Meine Mitfahrer schauten etwas irritiert. Diesen norddeutschen Gruß versteht eben nicht jeder. ?

Bis zum höchsten Punkt war ich schließlich allein unterwegs. Die anderen ließen es etwas ruhiger angehen. Nach einem letzten welligen Abschnitt erreichte ich den Punkt, an dem die Zeitnahme wieder begann. Ich fühlte mich gut erholt, die Straßen waren inzwischen wieder trocken, und so konnte ich mit viel Schwung in die Schlussabfahrt starten.

Nach 6 Stunden und 9 Minuten reiner Fahrzeit erreichte ich zufrieden das Ziel in Lavarone.

Morgen wartet bereits die letzte Etappe dieser Tour. Noch einmal rund 1.800 Höhenmeter liegen vor mir, bevor ich schließlich das Ziel in Riva del Garda erreiche.

Ein letzter Tag – dann ist dieses große Abenteuer geschafft. ?‍♂️?️


7. Etappe – Finale der Tour Transalp


Heute stand die 7. und zugleich letzte Etappe der Tour Transalp auf dem Programm. Pünktlich um 9:00 Uhr fiel der Startschuss. Anders als an den Vortagen gab es heute keinen neutralisierten Start – kaum unter dem Startbogen hindurch, begann bereits der erste Anstieg.

Nach drei gut zu fahrenden Hügeln erreichte ich nach etwa 17 Kilometern gemeinsam mit einer größeren Gruppe die erste längere Abfahrt hinunter ins Etschtal.

Unten angekommen warteten bereits hochsommerliche Temperaturen und die erste Verpflegungsstation. Meine Trinkflaschen waren noch gut gefüllt, deshalb gönnte ich mir nur etwas Brühe und frisches Obst. Man merkt inzwischen, dass sich nach einer Woche Rennbelastung eine gewisse Routine eingestellt hat.

Leider erwischte ich anschließend den falschen Moment und fand mich auf dem flachen Abschnitt plötzlich allein im Gegenwind wieder. Als ich bemerkte, dass sich von hinten eine kleine Gruppe näherte, nahm ich etwas Tempo heraus und konnte mich beim Vorbeifahren anschließen.

Lange hielt die Gruppe allerdings nicht zusammen. Das Tempo war sehr unterschiedlich, und kurz vor dem Anstieg zum Passo Bordala waren wir nur noch zu zweit unterwegs. Alle anderen mussten abreißen lassen.

Der lange Anstieg aus dem Etschtal hinauf auf 1.251 Meter hatte es noch einmal in sich. Die Hitze brannte erbarmungslos auf den Asphalt, und nach sechs intensiven Tagen auf dem Rad machten sich die Anstrengungen der vergangenen Etappen deutlich bemerkbar. Eine kurze Abfahrt sorgte zwischendurch für etwas Erholung, bevor es wieder bergauf ging.

Oben angekommen wartete die zweite Verpflegungsstation – eine willkommene Gelegenheit, noch einmal Energie zu tanken.

Es folgte die Abfahrt, bevor der letzte Anstieg der gesamten Tour auf den Passo Santa Barbara begann. Hier befand sich auch die letzte Zeitnahme.


Geschafft!


Ich hielt kurz an, und viele von uns beglückwünschten sich gegenseitig. Nach sieben Tagen, rund 750 Kilometern und fast 17.000 Höhenmetern war das Rennen offiziell beendet. Ein besonderer Moment, den wir alle sichtlich genossen.

Die anschließende Abfahrt Richtung Gardasee fühlte sich fast schon wie eine Belohnung an. Zum Abschluss führte die Strecke auf flachen Straßen bis nach Riva del Garda. Ich fand noch einmal eine harmonische Gruppe, mit der wir gemeinsam unter dem Zielbogen hindurchfuhren.

Im Ziel erhielt jede Finisherin und jeder Finisher die verdiente Medaille sowie das Finisher-Trikot. Überall sah man glückliche, erschöpfte und zufriedene Gesichter. Genau diese Mischung macht die Tour Transalp so besonders.

Schade, dass dieses Abenteuer nun schon vorbei ist.

Umso schöner bleiben die Erinnerungen: sieben intensive Tage, unzählige Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, traumhafte Alpenlandschaften und viele persönliche Herausforderungen.

Ich bin dankbar, dass ich meine zweite Tour Transalp gesund und erfolgreich beenden durfte. Dieses Erlebnis wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.